#15 Der Besuch meiner Familie

>Und auch wenn ich schon seit über einer Woche wieder in Deutschland bin, will ich die freie Zeit aktuell etwas nutzen und die Blogbeiträge nachholen. Lieber später als nie und ein bisschen African Time bekommt ihr so gleich auch auf meinem Blog zu spüren…<

 

Nachdem wir in Kapstadt mit knapp 2 Stunden Verspätung erst starteten, war ich dann doch erleichtert als ich meine Familie noch vor der Visumskontrolle abfangen konnte. Hatte auch keiner mitgerechnet, weil ich eigentlich schon längst hätte draußen warten sollen. Aber wann läuft schon mal alles nach Plan? Immerhin kam mein Surfboard ohne Dellen an und es ging für uns nach Windhoek in ein Guesthouse. Und tatsächlich fühlte es sich gar nicht so an als ob man sich 7 Monate nicht gesehen hätte, da man über WhatsApp und telefonieren echt viel mitgekriegt. Doch an dem Unterschied zwischen der deutschen Winter weißen und der mittlerweile braun gebrannten Haut, sah man dann doch klar den Unterschied.

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Am nächsten Tag ging es für uns tatsächlich auch schon direkt los Richtung Norden an den Waterberg. Doch zuvor wurde einmal groß eingekauft und Papa war von der deutschen Osterabteilung im Supermarkt ganz überrascht. Und auch eine der großen Malls, wo erst mal Biltong (Trockenfleisch) gekauft werden musste, war nicht unbedingt das was man als erstes in Namibia erwartet hätte. Dann ging es für uns los mit dem Mietauto in die Weiten von Namibia. Die tatsächlich grüne Landschaft durch die vorherige „Regenzeit“ (War es dafür überhaupt genug Regen?) war für mich wohl doch noch einmal beeindruckender als für sie, die gerade aus dem deutschen Frühling gekommen sind. Aber die Weite und die Strecken, die man mit dem Auto zurücklegen muss, wirken in der Realität dann doch noch einmal ganz anders als im Reiseführer. Die stundenlangen Autofahrten waren für mich mittlerweile zur Normalität geworden, allerdings für meine Familie doch etwas anstrengend. Am Waterberg angekommen, ging es für uns erst einmal auf den Berg hinauf, wo ich dann seit Monaten mein erstes Gewitter wieder erleben durfte… Das Grün egal wohin man blickte, war dann doch auch für mich besonders!

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Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Sonnenaufgang auf dem Berg und einem leckeren Frühstück weiter nach Grootfontain. Doch zuvor haben wir einen Abstecher beim Hoba Meteorit (dem größten gefundenen auf der Welt) gemacht. Ganz nett anzuschauen und beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dieser riesen Klotz einfach vom Himmel gefallen ist, aber für mich nicht allzu spannend. In Grootfontain haben wir eigentlich nur geschlafen, damit die Fahrtstrecken nicht viel zu lange werden. Im Endeffekt war es allerdings super lustig, da der Gemüsefarmbetreiber zufälligerweise ein Studienkollege von Mama. Außerdem war der Schlangenalarm nach dem super leckeren Abendessen, der mit der Schrotflinte beendet wurde, doch noch einmal eine Erfahrung wert. Am nächsten Morgen haben wir dann noch eine Führung über das Farmgelände bekommen, bevor es für uns weiter in Richtung Etosha ging.

Anstatt für die zwei nachfolgenden Tage im Etosha Nationalpark viele Worte zu verschwenden, werde ich einfach die Bilder sprechen lassen. Und trotz der Regenzeit sieht man viele Tiere und ist definitiv ein Besuch wert!

Danach ging es für uns weiter auf die Bambetsi Guestfarm (angeblich eine der ältesten des Landes). Definitiv wunderschön und die Giraffen, die ich am nächsten Morgen bei meiner Joggingrunde einige Meter weiter gesichtet habe, waren mein persönliches Highlight!

Der nächste Zwischenstopp war für uns nach langer Sandpadfahrt Twyfelfontain. Die teilweise bis zu 24000 Jahre alten Felsgravuren konnte man mit einer Führung besichtigen und erfuhr so einiges über die Kunene Region und dem Damara Land.

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Anschließend ging es für uns an die Küste und die Landschaft wurde für mich immer heimischer. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Henties Bay ging es schließlich nach Swakopmund. Hier verbachten wir tatsächlich nur eine Nacht bevor es weiter in den Süden ging. Doch zuvor gab es für meine Familie noch einen kleinen Kulturschock, als an Karfreitag laut Musik gespielt und viel getanzt wurde und generell in der Stadt einfach viel los war, denn es war ja Feiertag. Von dem deutschen Musik- und Tanzverbot war hier nichts zu spüren, auch wenn die Masse der Bevölkerung christlich ist.

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Die nächsten 3 Nächte verbrachten wir an verschiedenen Farmen und Lodges im Namib Naukluft Nationalpark. Die Landschaft war noch einmal ein kompletter Kontrast zum Norden mit der Kahlheit und nur vereinzeltem Gestrüpp. Und auch wenn ich die Dünenlandschaft aus Swakopmund mittlerweile „gewöhnt“ war, waren Big Daddy (die höchste Düne der Welt) und Dune 7 überwältigend und definitiv ein Besuch wert! Am besten beim Sonnenaufgang direkt hoch bevor es viel zu heiß wird. Und falls man noch etwas Abenteuerflair haben möchte, kann man statt den kostenlosen Touristenshuttle für die letzten 4 Kilometer auch einfach selbst mit dem Geländewagen fahren. Das Steckenbleiben gibt’s dann auf dem Rückweg gratis dazu. Aber wann hat man schon mal die Chance in Deutschland nicht in Schlamm, sondern heißem Wüstensand festzustecken. Also am besten gleich alles mitnehmen. Und die Locals helfen dann auch immer gerne mit ihren Insidertricks, wobei wir es beim zweiten Mal sogar allein geschafft haben.

Ostermontag ging es schließlich zurück nach Swakopmund, sodass ich ihnen noch etwas mein mittlerweile nicht mehr ganz so neues Zuhause zeigen konnten. Von Surfen, über Starkregen (ich hatte in den letzten 8 Monaten 3 Mal Regen erlebt, kaum sind sie zu Besuch schüttet es…), Grillen bei meiner Projektmanagerin Ulla, einem tollen Abend bei meiner Namfamily (Chrislene und ihre Familie), der Schule und meinen Projekten lernten sie nach und nach meinen Alltag etwas besser kennen. Vorallem das weiß ich mittlerweile zu schätzen, da sie zumindest eine ungefähre Ahnung haben wovon ich rede. Und die Kinder und die Lehrer an der Schule werden wohl niemals meinen Bruder vergessen, der fast nicht in die Schule reingepasst hätte. Das war die Sensation überhaupt!

Als es für sie 4 Tage später schon wieder Richtung Windhoek ging, war der Abschied gar nicht allzu schlimm, da es eine super schöne, aber auch echt stressige Zeit war, in der ich so viel wie möglich zeigen wollte… Ich war einfach nur dankbar, dass ich die Chance hatte ihnen meinen Alltag zu zeigen und war dann allerdings auch froh, dass ich noch knapp 5 Monate vor mir hatte…

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