#13 Nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von mir!

Vorweg erst einmal eine großes Sorry, dass ich es nicht geschafft habe meinen Blog regelmäßig zu führen! Grund dafür waren erst Probleme mit dem Internet, der Software und schlichtweg die fehlende Zeit. Doch genau die fehlende Zeit um sich jetzt hinzusetzen und mit viel Mühe seinen Blog zu führen, ist eigentlich das beste Zeichen! Ich kann mich noch daran erinnern wenn man auf Klassenfahrt fuhr und sagte: Solang du nichts hörst, geht’s mir gut. Genau das ist es. Ich war so sehr damit beschäftigt mein Leben hier zu leben und all meine Energie in die Projekte zu stecken, dass der Blog leider zu kurz kam. Doch bevor es für mich in etwas über einem Monat wieder nach Deutschland geht, möchte ich euch zunächst grob über meinen Alltag berichten und versuchen nach und nach Ereignisse, Erlebnisse und Reisen nachzutragen.

Die meiste meiner Zeit verbringe ich in der Swakopmund Primary School (1.-7. Klasse), die ungefähr 1100 Kinder umfasst und zwar vor dem Township liegt, allerdings circa 80 Prozent Township Kinder hat. Das besondere an der Schule ist, dass sie neben den normalen Klassen (um die 40 Schüler und Schülerinnen) noch eine Learning Support Klasse 1-3, 4-6 und eine gehörlose Klasse hat. Zudem eine Pre School, an der ich allerdings nicht arbeite. Ab nächstem Schuljahr kommt noch eine Klasse 8 und das darauffolgende Jahr dann dementsprechend eine 9. Klasse hinzu. Bevor das geschehen kann, muss allerdings die Schule vergrößert werden, da jetzt schon 1 Klassenraum fehlt und sie dann entweder im Lehrerzimmer oder in der Aula unterrichtet werden. Aber davon abgesehen ist es eine der besten staatlichen Grundschulen und der Schulleiter versucht auch stetig das zusätzliche Angebot wie Extraklassen und Sporttrainings auszubauen!

Ich unterrichte alle Klassen in PE (Physical Education), was im ersten Trimester Leichtathletik und im aktuellen zweiten Trimester Ballsportarten umfasst.

Bei der Lower Primary (1.-3. Klasse) werden alle Fächer von den Klassenlehrern unterrichten, somit sollen eigentlich auch die Lehrer mit zum Sport rauskommen, was mal mehr und mal weniger der Fall ist. Allerdings hat man dadurch die Möglichkeit die Kinder mit kleinen Schürfwunden einfach zum Lehrer im Klassenraum zu schicken und muss sich darum nicht selbst mit weiteren 39 helfenden Kindern drum kümmern muss. Außerdem geben die Klassenlehrer hier die Noten, was mein Leben um einiges leichter macht. Ich kann zwar viele Namen der Kinder, aber noch lange nicht alle. Solang man die Klassenclowns kennt um die Klasse unter Kontrolle zu halten und die Netten, die einem dann mit den restlichen Namen helfen, läuft das schon!

In der Upper Primary hatte ich letztes Jahr alle Klassen gemeinsam mit einem Lehrer, was sehr gut geklappt hat. Ich habe hauptsächlich den Unterricht gemacht und er hat mir geholfen. Wenn es sich angeboten hat, haben wir die Gruppe auch aufgeteilt und konnten so zum Beispiel Noten geben. Im ersten Trimester wurde der Sportunterricht dann allerdings Stundenplan bedingt auf zwei Lehrer aufgeteilt mit denen ich die Stunden dann gestalten sollte. Die anfänglichen Schwierigkeiten hatten sich nach einiger Zeit eingespielt, sodass man aufgrund von Missverständnissen den Kindern nicht mehr widersprüchliche Anweisungen sagte. Manche versuchten das natürlich auszunutzen um wenn ich Nein gesagt hatte einfach zum anderen Lehrer zu gehen. Das war zwar anstrengend, aber nach einigen Reibereien auch geklärt. Aufgrund der zwei Sportlehrer gab es auch eine Überschneidung der PE Stunde. Also standen Montag morgens in der ersten Stunde dann 80 Kinder auf dem Sportfeld. Am Anfang eine überwältigende Menge, aber nichts ist unmöglich 😉 Nur der Warm Up Kreis dann dementsprechend groß. Und ich durfte lernen, dass Fußball mit 40 gegen 40 auch möglich ist, solang das Feld groß genug ist. Die bessere Alternative war dann allerdings Eckenfußball, sodass wir nur 20 gegen 20 jeweils spielen mussten.

Bei der aktuellen Stundenplanung klappte es dann leider mit nur 2 Lehrern nicht mehr, sodass ich die Klassen jetzt mit 4 verschiedenen Lehrern habe und sich insgesamt 5 Stunden überschneiden. Ist zwar schwer zu vereinen (vorallem wenn man eine 5. Und eine 7. Klasse hat), aber ändern lässt es sich auch nicht. Also einfach versuchen das Beste daraus zu machen!

Für die Ballsportarten teilten wir die Klassen dann so auf, dass ich mit circa der einen Hälfte der Klasse Netball und Volleyball und der andere Lehrer mit dem anderen Teil Fußball und Rugby spielte. Das klappte relativ gut, sodass wir jetzt Noten für die jeweilige Sportart geben konnten. Außerdem muss ich jetzt noch mit den Klassen 4 bis 7 ein Projekt machen, sodass sie auch eine Note für den theoretischen Teil kriegen. Das bedeutet wir machen mit den zwei jüngeren Jahrgängen Poster über die jeweiligen Sportarten mit Feld, Ball und Regeln. Die Älteren hingegen müssen ein Projekt zu den Sustainable Development Goals machen. Da bin ich gespannt wie es klappt, da es nicht nur kopieren und auf ein Poster bringen, sondern eigenständiges Denken ist. Das Ergebnis werden wir dann diese Woche sehen und wenn es nicht gut geklappt hat, habe ich auch meinen Teil dazu gelernt…

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Auch die Schlafnasen sind spätestens nach dem Sport wieder wach 😀

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Nach der Schule biete ich dienstags und donnerstags für die Upper Primary Volleyball an. Die zwar relativ kleine Gruppe macht aber sehr viel Spaß, weil man die Kinder nochmal besser kennenlernt und auch einfach Zeit für Tanzsessions oder Unterhaltungen über Familie und Kulturen ist.

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Die Kleinsten wollen natürlich immer das Ballnetz haben auch wenn sie fast damit umfallen 😀

Nach dem Volleyball geht es für mich dann ins Stadion, wo wir (Maria und ich) gemeinsam mit Ulla Leichtathletik trainieren. Das Schöne an der Gruppe ist, dass wir viele motivierte Jugendliche haben und so leistungsorientiertes Training anbieten und sie so auf die Wettkämpfe gut vorbereiten können. Ich konnte selbst noch viel von Ulla trainertechnisch lernen, da sie unheimlich erfahren ist und dennoch uns unser Wissen und unsere Ideen einbringen lässt. Das einzig Negative ist, dass einige Jugendliche nur zur Zeit der Schulwettkämpfe kommen und wir dann so eine Trainingsgruppe von um die 40 Kinder und Jugendlichen haben und im Wintertraining allerdings nur 5 bis 15 kommen. Allerdings erkennt man den Unterschied zwischen kontinuierlichem und spärlichem Training sehr deutlich in den Wettkampfergebnissen. Zu der Leichtathletiksaison werde ich noch einmal einen separaten Beitrag schreiben, da dies sonst doch etwas den Rahmen sprengt.

Montag, Mittwoch und Freitag geht es für mich in das Fitnessstudio im Dome um dort eine Gruppe an gesponserten Leistungssportlern zusätzlich zu ihrem sportartspezifischen Training (wie Karate, Leichtathletik, Inline Hockey oder Field Hockey) zu trainieren. Die Idee dahinter ist Jugendlichen, die nicht die finanziellen Mittel für eine Mitgliedschaft haben, dennoch den Zugang zu Fitnesstraining zu geben, um sie so optimal in ihrem Sport zu unterstützen. Außerdem werden Erfolge auf Social Media geteilt und versucht Sponsoren für sie zu finden. In der Zukunft sollen Kooperationen mit Universitäten Teil des Programms werden um ihnen Stipendien und so eine gute Bildung zu ermöglichen. Nicht alle meiner Trainingskinder sind gesponserte Athleten. Es können auch Leistungssportler mittrainieren, die ihre Mitgliedschaft selbst bezahlen. So ergibt sich eine schöne Mischung an verschiedenen Sportarten und eine tolle Trainingsgruppe! Für das nächste Jahr stehen möglicherweise Trainingseinheiten vor der Schule auf dem Plan, da Chrislene für Youth Olympic Games (Sie war dieses Jahr zwar qualifiziert, aber noch ein Jahr zu jung -.-) trainieren will und dafür nur das Nachmittagstraining nicht ausreichen wird. Da Ulla (unsere Projektmanagerin) an der Privatschule gekündigt und seit Mai das Management vom Fitnessstudio im Dome übernommen hat, hat das Dome Athletes Program nochmal einen Aufschwung gekriegt und zum Beispiel die Bewerbung für gesponserte Athletes läuft jetzt deutlich einfacher und schneller ab.

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Vier meiner Dome Athletes bei den Dome Olympics (Spaßwettkämpfen für Groß und Klein..) die ein bisschen Zwillingspower dazu bekommen haben.

 

Schlussendlich möchte ich noch einige Fotos einfach anhängen, bei denen es zu schade wäre, wenn sie einfach nur auf dem Laptop vergammeln 😉 Ein paar Gesichter meiner Schulkids!

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3 Gedanken zu “#13 Nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von mir!

  1. Liebe Paula,
    Ich freue mich sehr, dass du dir trotz der vielen Arbeit die Zeit genommen hast, einen ausführlichen Bericht zu schreiben. Ich hatte Neuigkeiten in deinen Block bereits ä vermisst, aber immer mal von deinen Eltern erfahren, dass es dir gut geht. Nun sind es nur noch vier Wochen bis du wieder nach Hause kommst 🙂 – das Jahr ist schnell vergangen!!!
    Die Fotos sind klasse – dem viert vorletzten Bild könntest du den Titel geben: „Der kleine Obama“

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    • Hallo Cat!
      Vielen lieben Dank für den netten Kommentar! Ich habe es leider schlichtweg nicht früher geschafft… Aber besser später als nie 😉 Ja ich versuche jetzt die verbleibende Zeit so gut wie möglich zu nutzen 🙂 Ganz liebe Grüße an euch und esst ein Eis für mich mit 😀

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