#10 Mein Geburtstag das erste Mal im Sommer!

Als Kind habe ich es mir oft gewünscht. Einmal im Sommer Geburtstag feiern können… Und jetzt war es zumindest Frühling. Für die kurze Hose (die ich rein aus Prinzip anhatte) war es warm genug! In meinem Kopf war schon Sommer 😀 Aber wie habe ich denn letztendlich den Tag verbracht? Das erste Mal allein ohne Familie knapp über 8.000 Kilometer weit weg auf der Südhalbkugel.

Ich wurde früh morgens von meinen beiden Mitbewohnern mit einer Torte, Kerzen und einem (nur etwas schiefen) Ständchen am Bett geweckt. Man weiß es noch mehr wertzuschätzen mit dem Gedanken daran, dass sie sonst immer 1.5 Stunden länger als ich schlafen dürfen. Und auch wenn ich bei den Versuchen von Nick Maria zu wecken wach geworden bin, habe ich mich noch einmal umgedreht und mich schlafend gestellt 😉 Die beiden haben mir Süßigkeiten und eine Power Bank geschenkt, da meine in Namibia den Geist aufgegeben hat. Danke!

Nachdem wir die Hälfte der echt sahnigen (aber für eine gekaufte erstaunlich gut schmeckende) Schokoladentorte verdrückt haben, ging es für mich in die Schule. Da mir doch etwas schlecht war, habe ich mein Frühstück lieber mitgenommen als es zu essen.

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In der Schule angekommen wurde mir beim Staff Meeting eine nette Rede gehalten, ein Geschenk überreicht und ein Ständchen gesungen. Sie wollen wie eine Familie für mich zu sein, weil ich so weit weg von meinen Eltern bin. Wirklich unglaublich nett!

Anschließend wollte ich einfach nur durch den Gang zu meiner ersten Unterrichtsstunde mit der Learning Support Klasse gehen, war aber binnen einer halben Minute Teil einer riesigen Gruppenumarmung mit circa 30 Kindern. Sehr zum Unwillen des Lehrers des Ganges, der sie gerade in zwei Reihen (Jungs und Mädchen) zum Schweigen gebracht hatte. Aber es wollte mich nun mal jedes Kind einzeln drücken. Nach vielen strahlenden Kinderaugen ging für mich schließlich der gewohnte Unterricht los.

Als ich in den Klassenraum einer dritten Klasse kam um sie für den Sportunterricht abzuholen, musste ich erst mal da bleiben und mich vor die Klasse stellen um mein Happy Birthday zu genießen. Die 40 Kinder haben aus voller Leib und Seele in einem kleinen Klassenraum erst Happy Birthday auf Englisch und dann auf Afrikaans gesungen und anschließend einmal geklatscht und dann bis zu meinem Alter hochgezählt. Ich durfte abdirigieren, da sie nicht wussten wie alt ich bin 😀 Das Ganze wurde dann mit einem dreifachen oberlauten „Hipp hipp Hoooray!“ abgerundet. Definitiv das beeindruckendste und lauteste Ständchen, dass ich je gesungen bekommen habe. Und danach wusste auch der ganze Gang Bescheid, dass ich Geburtstag hatte. Einige Kinder hatten mir Briefe oder Plakate mit viel Liebe gebastelt um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Dadurch ist mir schließlich bewusst geworden, dass ein Großteil der Kinder denkt, ich würde „Miss Polla“ heißen… Der Lacher des Tages!

Nach der Schule haben wir dann noch mit einer kleinen Gruppe an Kindern (um die 10) ein bisschen Volleyball gespielt und das schöne Geburtstagswetter genossen. Die kurze Hose hat sich definitiv gelohnt! Und ein Freund von mir, der am gleichen Tag wie ich Geburtstag hat, war dann doch ganz schön neidisch, weil es in Deutschland so richtig Novemberwetter war. Du musst einfach auf die Südhalbkugel kommen Freddie!

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Einmal blonde Haare haben 😀

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Danach ging es für mich weiter zum Leichtathletikstadion, wo die Privatschule, wo Ulla (meine Ansprechpartnerin in Namibia) arbeitet, ihr Sportfest hatte. Ich habe mich wie bei unseren Bundesjugendspielen gefühlt. Dort habe ich dann beim Abbauen geholfen. Doch mehr Arbeit als man manchmal denkt. Anschließend wurde der Geburtstagssekt geöffnet 😀

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Kristina und Ulla mit den „weißen“ Schulshirts…

Abends ging es dann im kleinen Kreis zum Tiger Reef essen. Ein wirklich wunderschönes Restaurant mit Campsite direkt am Strand gelegen. Wenn jemand von euch mal in Swakop ist, müsst ihr dort unbedingt hin! Und lecker ist es auch!

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Auf dem Heimweg haben wir einen Abstecher bei Jonna und Luisa Zuhause gemacht, die extra einen super leckren Kuchen gebacken haben. Und es gab sogar noch ein Ständchen von Jonna auf der Gitarre. Vielen lieben Dank dafür!

Nach einem langen Tag ging es dann schließlich total übermüdet aber super glücklich ins Bett…

Man möchte meinen mein Geburtstag wäre damit vorbei gewesen, allerdings ging es Freitag dann noch weiter. In der Schule wurde mir noch des öfteren ein „Happy late Birthday!“ gewünscht. Mit den Dome Athletes haben wir dann nach dem Training noch gemeinsam Kuchen gegessen und nett zusammen gesessen. Und abends haben wir mit vielen Freiwilligen (Lasse und Tabea, aus Windhoek und Rehoboth sind als Überraschungsbesuch gekommen… Danke!) und Freunden am Strand gebraait und den wunderschönen Sonnenuntergang genossen. Man muss es schließlich ausnutzen, dass man im Frühling am Meer Geburtstag hat! Den Abend wurde dann noch perfekt am Lagerfeuer bei Jens abgerundet. Und nachts musste natürlich die Hängematte aus dem Paket von meinen Eltern (indem übrigens auch Spekulatius und Lebkuchenschokolade war!) aufgehängt werden. Die nicht ganz so vertrauenserweckende Konstruktion wurde am nächsten Tag dann noch perfektioniert und von allen mal ausgetestet 😉 Außerdem haben wir dann noch gebührend den 11.11. eingeleitet: Wir sind unter anderem mit „Hey wir wolln die Eisbären sehn“ durch die Wüste gelaufen. Das Video mit dem unheimlich schiefen Gesang erspare ich euch lieber.

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In dem Sinne wünsche ich all den Fassenachtsnarren ne tolle Zeit! Auch hier wird übrigens Küska (Küstenkarneval) gefeiert. Ich bin mal gespannt 😀

 

…. der Blogpost geht nach 2 Wochen und unendlich vielen Versuchen des Uploads dann auch endlich mal online… Tschuldigung, dass das immer so lange dauert…

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6 Gedanken zu “#10 Mein Geburtstag das erste Mal im Sommer!

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