#8 „Und in dem Jahr werden wir ein braunes Brot aus euch backen…“

Vorweg: eigentlich sollte dieser Blogbeitrag letzte Woche schon online gehen, allerdings hat das mit dem Internet überhaupt nicht geklappt. Aber besser später als nie 😉

 

Letztes Wochenende ging es für Maria und mich mit den Leichtathletikkids für einen Wettkampf nach Grootfontain. Ein Ort ungefähr 600 Kilometer im Norden von Swakopmund.

Da wir den Freitag in der Schule frei bekommen haben, starteten wir morgens um 8 Uhr bei etwa 17°C Richtung Norden. Bei dem ersten Stopp nach zwei Stunden in der Wüste hatten wir dann schon 27°C. Und wir dachten uns: „Na wenn das so weitergeht, kann es ja lustig werden.“

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Die Busfahrt mit den 10 Jugendlichen in einem kleinen Bus war wirklich entspannt und ich habe bei Musik abwechselnd geschlafen und die Landschaft genossen. Man konnte wirklich sehen, wie es von Stunde zu Stunde grüner wird. Zumindest für Namibiaverhältnisse. Ich habe mich mittlerweile durch Swakop daran gewöhnt, dass nur dort wirklich grüne Pflanzen wachsen, wo auch bewässert wird und an den hohen Palmen und grünen Gärten kann man die reicheren Wohngebiete erkennen. Aber im Norden gab es dann auf einmal wieder Sträucher (na gut man kann auch sagen, dass sie gelb sind) und kleine Bäume auf unbewirtschafteten Flächen! Wirklich schön mal wieder nicht nur hauptsächlich Sand zu sehen. Unsere Mittagspause machten wir einfach irgendwo am Straßenrand bei einem Tisch unterm Baum.

Nachmittags im Hostel angekommen haben wir festgestellt, dass Hostel in Namibia (zumindest in diesem Fall) etwas anderes bedeutet. In den Mehrbettzimmern in denen wir geschlafen haben, wohnen unter der Woche Schulkinder und dementsprechend waren in den Schränken die Puppen und die Schulbücher und die Matratzen ordentlich durchgelegen. Auch wenn man sich bei dem Anblick fragte, wie man darauf schlafen kann, waren sie im Endeffekt doch erstaunlich bequem. Man hat die zwei Nächte einfach genau in der Kuhle geschlafen.

Nach dem Auspacken ging es für uns zum Stadion. Dort haben wir uns dann etwas warm gemacht, was nach den 6.5 Stunden Fahrt echt gut getan hat. Das Stadion ist zwar nicht so gut wie das in Swakop, da das aber Athleten vorher wussten, haben sie sich damit einfach abgefunden. Anstatt einer Tartanbahn bestand der Track aus festem Erdboden, für Hochsprung wurde auf dem Gras abgesprungen (deutlich schwerer für die Kids) und die Sprunggrube sah aus wie ein ausgebuddeltes Loch aus dem Rasen mit fester Erde, Dornen und einer unebenen Plastikbahn zum Anlauf. Aber wenn man sich erst mal damit angefreundet hat, geht das voll klar!

Zurück im Hostel gab es Lasagne mit mehr Hackfleisch als irgendetwas anderes. Dadurch dass ich Hunger hatte schmeckte es eigentlich ganz gut 😀 Anschließend sind wir mit den älteren Athleten mit Musik tanzend durch Grootfontain gelaufen (der eine ist dort aufgewachsen und kannte sich dort aus) und haben den schön warmen Sommerabend genossen.

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Am nächsten Morgen ging es früh zum Stadion und ich habe mich darum gekümmert, dass jeder Athlet von unserem Verein (es sind noch welche abends mit dem Auto nachgekommen, wir waren dann um die 18) eine Startnummer hat, seine Wettkampfzeiten weiß und sich rechtzeitig warm macht. Da wir fast nur wettkampferfahrene Athleten dabei hatten, war das kein Problem und ich habe die restliche Zeit genutzt um Fotos zu machen. Besonders von Chrislene und Zidane, die ich beide im Dome Athlete Program trainiere, brauchten wir die Fotos für Marketingzwecke. An so Dingen merkt man, dass der Dome ein Unternehmen ist und seinen eigenen Profit auch aus den Sponsorships ziehen will.

Der Wettkampf an sich lief für unseren Verein richtig gut und wir konnten am Ende des Tages den Vereinsgesamtsieg für uns gewinnen! Einige der Athleten haben sogar trotz der schwierigen Umstände ihre eigenen persönlichen Bestleistungen schlagen können. So etwas freut einen als Trainer natürlich und man hat manchmal fast das Gefühl, man hätte selbst etwas gewonnen

Nach dem Wettkampf ging es dann schnell zurück ins Hostel und dann zu einer Lodge wo wir alle einmal in den Pool springen durften. Spätestens dort ist dann aufgefallen wie braun (für Jakob und Paul: praun) mein Rücken doch geworden ist (Ja, ich hatte mich eingecremt!). Manche behaupteten zwar, dass es rot wäre aber spätestens 3 Tage später konnte keiner mehr leugnen, dass das braun ist 😀 Daher kommt auch der Titel dieses Beitrags, weil einer zu mir sagte: „Und in dem Jahr werden wir ein braunes Brot aus euch backen…“

Abends ging es dann noch zu einer Siegerehrung und unsere Jungs haben, nachdem fest stand, dass wir den Gesamtsieg gewonnen haben, vor allen Leuten getanzt. Anschließend haben wir dort gegessen und sind dann relativ schnell wieder ins Hostel, weil es doch nicht soo spannend war und haben einen entspannten Abend im Hostel verbracht.

Nach einer etwas kurzen Nacht und einem zwar sehr einfachen aber sattmachenden Frühstück bestehend aus Weet-Bix (liebevoll auch Backsteine genannt, weil es zusammengepresste Müsliflocken sind) und Milch ging es wieder nach Swakop. Auf der Fahrt haben wir einige Warzenschweine gesehen, hatten einen fast Zusammenstoß mit einer Kuh, haben um 10.00 Uhr morgens Essen von Hungry Lion (so etwas ähnliches wie Mc Donalds) gegessen und waren dann doch echt froh als wir nach dem schönen aber doch anstrengenden Wochenende wieder in Swakop waren.


In der Schule habe ich die Woche zuvor eine Volleyball AG für die sechsten Klassen angefangen zu trainieren. Eine Lehrerin hat mich gefragt, ob ich Lust hätte ihr an zwei Nachmittagen nach der Schule für 1.5 Stunden zu helfen (ich wusste da noch nicht, dass diese AG erst einmal überhaupt stattgefunden hat…). Als es dann zu dem Tag kam, hatte sie schließlich keine Zeit und ich habe es allein gemacht. Immerhin habe ich noch einige Volleyball, eine Ballpumpe und viele zu schwere Netballbälle (sie haben die gleiche Größe tun aber echt auf Dauer weh) mir organisieren können. Und als Netz haben wir uns einfach etwas von dem Flatterband gemopst, was schon halb ab war.

Da es nicht viele Kinder wussten, waren zum Glück auch noch nicht viele da 🙂 Mal sehen wie sich das in den kommenden Wochen entwickelt.

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Der volle Körpereinsatz ist zumindest schon mal da 😉

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Liebe Grüße aus dem mal ganz schön warmen und wann anders echt kaltem Namibia!

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