#4 Die erste Woche ist rum!

Und manchmal hat man das Gefühl man wäre schon viel länger hier. Und in anderen Momenten aber auch genau nicht. Zum Beispiel wenn man an der Straßenkreuzung steht und keine Ahnung hat wer fahren darf… Den Linksverkehr hatte ich relativ schnell raus. Auch das zuerst nach rechts und dann nach links schauen beim über die Straße gehen, habe ich mir recht schnell angewöhnt. Am dritten Tag habe ich dann einfach einen Kollegen gefragt und dann wurde mir schlichtweg gesagt: „First come, first drive.“ Eigentlich ganz simpel außer als Radfahrer, denn dann sollte man nur dann fahren, wenn man wirklich sicher ist, dass man nicht im nächsten Moment umgefahren wird. Radfahren ist hier sicher, solange man nicht auf seine Vorfahrt besteht^^

Hier herrschen gerade Schulferien, weshalb unsere Vormittagsprojekte nicht laufen. Nach den Ferien werde ich meine Vormittage an der Swakop Primary School verbringen und dort beim Sportunterricht helfen. Ich bin sehr gespannt wie das wird, da vor mir noch kein Freiwilliger von meiner Organisation dort war und ich nicht wie sonst meistens mit einem anderen Freiwilligen dort bin.

Mein Nachmittagsprojekt ist im Dome, dem größten Indoor Sports Centre im südlichen Afrika, und besteht bisher daraus dort mit Leistungssportlern Kraft-, Fitness- und Schwimmtraining zu machen. Einige der Athleten werden vom Dome aus gesponsert, da die Familien nicht das Geld für zusätzliche Trainings aufbringen können. Das Ziel dieses Projektes ist es bis zum Ende meines Jahres immer mehr Kinder dort hinein zu bringen, sie durch Sponsoren zu fördern und ihnen so eine Perspektive zu bieten. Wir müssen schauen wie sich das Projekt entwickelt, da ich bisher die erste Freiwillige dort bin. Die Trainingszeiten haben zwar schon vorher existiert, aber es müssen zum Beispiel sämtliche Daten erfasst werden um Veränderungen durch das Training erfassen zu können und so neue Sponsoren gewinnen zu können. Denn wenige Menschen (Sage niemals niemand!) investieren in etwas, dass nichts bringt. Durch die Ferien sind leider auch hier wenige Jugendliche im Training, allerdings lerne ich dann diejenigen die da sind gut kennen und kann mich langsam einfinden. Die Arbeit macht mir total viel Spaß, da ich durch Gespräche mit Kollegen auch selber viel dazu lerne und bei Fragen immer einen Ansprechpartner habe. Fotos dazu gibt’s in einem anderen Blogbeitrag. Alle die jetzt schön neugierig sind, können einmal googeln 😉

Am Montag bin ich vom Dome am Meer entlang nach Hause gejoggt. Es war fast wie in Sankt Peter Ording. Nur die Palmen, die Sandschicht auf nahezu allen Straßen und die Dünen im Hintergrund stören etwas das Bild. Man sagt auch, dass Swakopmund die europäischste Stadt von ganz Namibia ist. Man spürt die Auswirkungen der Kolonialzeit tagtäglich zum Beispiel an deutschen Straßennamen wie „am Strand“, deutschen Restaurantnamen wie „Sonnenhof“ oder „Zum deutschen Haus“ und deutschen Angebotsschildern wie „Knödel mit Rotkraut“. Es ist schon komisch so weit von Deutschland weg zu sein und doch so viele Menschen zu treffen, die deutsche Vorfahren haben oder zumindest deutsch sprechen. Man denkt zwar, dass es recht lange her ist, aber vorallem in Swakopmund spürt man das immer noch. In Windhoek hingegen ist es mir viel weniger begegnet…

Ein Highlight auf meiner Joggingrunde war die Seebrücke „Jetties“, die im Sonnenuntergang definitiv ein Besuch wert ist. Man hat von der Jetties den optimalen Blick auf die Dünen, die direkt neben dem Meer liegen. Wirklich beeindruckend und wunderschön! Das kommt auf den Fotos leider nicht so gut rüber wie in echt…

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In echt wirken die Dünen noch viel näher…

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Donnerstagabend wurden wir zum braaien (das Wort auf afrikaans für grillen) bei der Familie einer Jugendlichen aus dem Training eingeladen. Die Trisemesterferien haben begonnen, der World Youth Champion im Hochsprung, Breyton, aus Südafrika war für ein Event am Wochenende zu Besuch und dafür wurde ordentlich aufgetischt. Es gab ungefähr 5 verschiedene Fleischsorten und um dem Vorurteil zu trotzen sogar Gemüse vom Grill! Wirklich lekka! (Lekka verwendet man hier für alles, was irgendwie gut ist. Am Anfang musste ich immer lachen, wenn ein Namdeutscher sagte: „Das Wetter ist heute aber nicht so lekka!“ Mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt und benutze es auch selbst manchmal aus Spaß. Mal schauen ab wann ich auch so einen Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch und Afrikaans sprechen.) Der Abend war echt lustig und wir wurden von den verschiedenen Familien und Trainern super herzlich aufgenommen. Wir hatten auch unseren Spaß dabei, als Breyton seine Unterschriften auf den Autogrammkarten überlegt hat und trotzdem noch voll bodenständig und wie jeder andere Jugendliche war.

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Am nächsten Tag ging es dann vormittags mit zwei Bekannten von uns auf die Dune 7. Auf dem Weg dorthin wurde einem wieder mal die Weite bewusst. Einfach unheimlich viel Sand. Wir hatten Glück, dass wir vormittags da waren, da es dann nicht so voll und nicht so heiß war. Dann ging es barfuss die Dünen hoch (Socken hat wir noch mit, weil ganz leichtsinnig sind wir ja nicht^^). Einfach toll wenn man oben angekommen ist und den Ausblick über die Dünen hat. Und viel mehr Spaß hat man dann beim Runterkullern oder -rennen. Für den Rest lasse ich einfach mal die Fotos sprechen…

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Wir sollten alle mit auf das Hochzeitsfoto…

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Sind das nicht mal coole Schuhe?! Auch wenn ich mit denen wirklich nicht die Dünen hoch wollen würde^^

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Meine beiden Mitfreiwilligen Nick und Maria…

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Man stellt es sich doch etwas leichter vor als es ist^^

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Der Sand war so schön warm, dass man sich einfach reinlegen musste^^

Am Nachmittag ging es für mich in den Dome um mit den Jugendlichen Schwimmen und Dehnen zu machen. Ich dachte eigentlich, dass wir nur Bahnen schwimmen und tauchen werden um die Ausdauer zu trainieren. Beim Einschwimmen wurde mir dann aber relativ schnell bewusst, dass es zwar fürs über Wasser halten genügt, der Stil aber zu wünschen übrig lässt. Also haben wir mit Brustschwimmen begonnen. Das Tolle ist aber, dass die zwei Jugendlichen, die da waren, auch wirklich lernen wollen. Und dann macht es auch wirklich Spaß. Sie haben es vorher schlichtweg nie richtig gelernt…

Während ich beim Training war, sind die Freiwilligen aus Walvis Bay angekommen um bei einem Leichtathletikwettkampf am Samstag zu helfen. Am Abend haben wir dann schön zusammen gegessen und den gemeinsamen Abend genossen.

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An jeden der sagt, dass es in Namibia keine gute Schokolade gibt: Ich habe den Gegenbeweis gefunden!

Der Leichtathletikwettkampf war hauptsächlich von Kälte, Verspätung und leichtem Chaos geprägt. Dennoch konnten einige unserer Athleten gute Ergebnisse erzielen. Ansonsten lief es ziemlich ähnlich ab wie in Deutschland.

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Im Hintergrund könnt ihr den Dome sehen.

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Es hat tatsächlich leckrer geschmeckt als es aussieht!

 

Nachmittags sind wir dann kurz Nachhause und abends dann wieder zum Dome, weil dort die Siegerehrung und ein kleines Programm stattgefunden hat. Wir hatten gemeinsam mit den Jugendlichen aus unserem Training unseren Spaß^^ Bei dem anschließenden Versuch von Breyton die Bestleistung indoor im Hochsprung zu schlagen, ist er 2.05 Meter gesprungen und hat somit die Latte deutlich höher gelegt. Wirklich beeindruckend, dass jemand mit 1.72 seine persönliche Bestleistung bei 2.24 Meter hat. Mittags hat er bei dem Wettkampf sogar 2.20 Meter geschafft!

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Einer unserer Athleten bei der Siegerehrung.

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Der Moment wenn ein Stuhl zum Messen der Höhe der Latte gebraucht wird.

Nach dem Programm haben wir gemeinsam mit einigen anderen Jugendlichen Basketball gespielt und einen netten Abend verbracht!

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Den Sonntag haben wir dann ganz entspannt mit brunchen und Besuch verbracht…

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Mal sehen was die nächste Woche so bringt…

Bis dann Paula!

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3 Gedanken zu “#4 Die erste Woche ist rum!

  1. Wirklich schöne Bilder! Vielleicht auch interessant: Im niederländischen wird lekker auch für alles mögliche positive verwendet. Vielleicht der Ursprung deines Wortes…

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