#3 Ein kaltes Land mit einer heißen Sonne -Hallo Namibia!

Von Johannesburg ging es für uns dann in einer kleineren Maschine nach Windhoek. Ungefähr eine Stunde vierzig Flug also super entspannt. Es gab sogar noch einen Mittagssnack, für mich mit Spinat gefüllten Pfannekuchen. Wirklich lekka! Aber man musste sich etwas beeilen, weil schnell vor der Landung alles wieder abgedeckt werden musste und so lang war der Flug nun mal nicht. In der Zeit konnten wir bei strahlendem Sonnenschein Namibia von oben genießen. Und da hinter uns ein Bekannter von Ulla (meiner namibianischen Chefin) saß, wurde mir auch jede Berghöhe, die Einflugrichtung und das nichtgesehene Tier bei der Ladung gesagt. Definitiv sehr praktisch. Und die erste Erkenntnis als wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind: Hier ist ja wirklich Winter und es wird wirklich kalt. Danke Winterjacke! Es waren ungefähr 11° C bei der Ankunft und es war Nachmittags.

Das Einreisen erfolgte nach einiger Verwirrung des auszufüllenden Zettels und Diskussionen mit irgendwelchen Beamten sehr gut. Ich hatte sogar das Glück bei einer sehr freundlichen Beamtin zu sein, die mir mit meiner Kopie der Bestätigung, dass ich ein Visum erhalten werde, einfach den nötigen Stempel in meinen Pass gab. Das Gepäck ist größtenteils auch unversehrt rausgekommen. Ich hatte überhaupt keine Probleme. Toi, toi, toi.

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Dann ging es mit 17 Freiwilligen und Lea (einer ehemaligen Freiwilligen, die gerade hier Urlaub macht bevor es für sie weiter nach Südafrika geht) in einen Bus mit jeweils 2 Gepäckstücken plus Handgepäck, der eigentlich nur für 22 Sitzplätze ausgelegt war. Ungefähr ein Drittel der Koffer passte in den Hänger und der Rest war einfach auf und zwischen den Leuten. Mit der passenden Musik hatten wir dann definitiv gute Laune durch die Landschaft von Namibia zu fahren. Doch erstaunlich hügelig rundherum war es… Auf dem Weg haben wir dann schon die ersten Paviane und eine große Antilopenherde gesehen. Genauso wie Kühe, Hühner und Ziegen. Vorallem die Weite ist beeindruckend und meines Erachtens nach wunderschön.

 

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Für uns ging es dann auf eine Campanlage ein gutes Stück von Windhoek weg, wo wir bis Sonntag geschlafen haben. Gefühlt ist es irgendwo im nirgendwo, aber es ist definitiv wunderschön. Zur Ankunft gab es dann erst mal Nudeln mit Soße, die von Ulla und Max (ihr Sohn) gekocht wurden, und alle waren nachdem wir teilweise über 28 Stunden unterwegs waren, einfach froh zunächst vorerst angekommen zu sein. Sogar die Freiwilligen aus dem 16/17 Durchgang aus Windhoek waren zu Besuch und quatschten ein bisschen mit uns. Aber die letzten Tage steckten einfach noch in den Knochen und mit der Ankündigungsuhrzeit fürs Frühstück für 6.15 Uhr ging es früh ins Bett.

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Am nächsten Tag wurde ich früh morgens mit diesem Blick aus dem Fenster belohnt. Draußen waren es dann minus 3°C. Hallo an die kalte Seite von Namibia!

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Die Gardine zur Seite und dann einfach das!

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Die ersten Schritte im Linksverkehr waren doch ungewohnt…

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Dann ging es los nach Windhoek um bei Home Affairs unser Visum abzuholen. Obwohl es vorher einige Probleme gab, stellten wir eine Rekordzeit von unter einer Stunde auf! Dann ging es erst einmal ins Caffee um die neuen Simkarten einzurichten und anschließend zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt bis zu unserem Bus. Dann besuchten wir ein Projekt vom ASC im National Institut for special education. Hier werden Julia und Lasse während dem nächsten Jahr arbeiten. Die Atmosphäre war super herzlich und es wird wirklich versucht aus wenigen Dingen viel zu machen um das Beste für die Kinder zu erreichen.

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Mittags ging es dann zur Deutschen Höheren Privatschule (DHPS), wo Ulla früher gearbeitet hat um dort zu Mittag zu essen. Witzig zu beobachten für mich war, dass selbst die Kunstprojekte größtenteils die gleiche wie in meiner Schulzeit waren, obwohl ich über 8.000 Kilometer von Zuhause weg bin. Viele der Schüler des deutschsprachigen Zweigs hätten genau auch in unsere Schule gepasst…

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Ich finde man sollte in Deutschland auch mal Kissenschlacht auf dem Schwebebalken beim Schulfest machen 😀

Nachmittags ging es dann zu einer kleinen Stadtrundfahrt und zu Projekten im Township, Katatura, mit sehr vielen verschiedenen Eindrücken. Einen kleinen Abstecher machten wir bei einem Damm etwas außerhalb von Windhoek, wo es viele Grillstellen gibt und so sicherlich einen Wochenendausflug wert ist.

Die Ausmaße des Townships waren echt unglaublich. Selbst wenn man dachte, dass man das Ende gesehen hätte, ging es doch irgendwo weiter. Es wurden auch gebrauchte Autoreifen verkauft, die in Deutschland nicht einmal annähernd über den TÜV kommen würden. Aber scheinbar war es ein gutes Geschäftsmodell, da es mehrere dieser Sorte gab.

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Im nächsten Moment fuhren wir am Friedhof von Katatura vorbei, der wohl seit einigen Jahren voll ist. Und da es zu diesem Zeitpunkt noch keinen neuen Friedhof gab, wurden die Gräber auch für nur ein Jahr oder einige Monate verkauft. Also wurden die Leichname bereits nach so einer kurzen Zeit wieder ausgebuddelt und das Ergebnis will man sich glaube ich nicht vorstellen. Die Folge war eine politische Diskussion über diesen Friedhof und nach einiger Zeit schließlich einen neuen. Aber nur als kleine Information am Rande.

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Dann ging es weiter zur Basketball Artist School, wo ein Freiwilliger vom ASC bis zu diesem Jahr war. Die nächsten Freiwilligen, Kilian und Louisa, sind dann allerdings im Norden von Namibia wo eine weitere Stelle von der BAS ist. Es herrschte wirklich eine tolle Stimmung und man konnte sehen was mit den vielen Fördermitteln schon erreicht werden konnte!

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Das nächste Projekt war das BNC, was ein Nachmittagsangebot für Kinder mit Bildungs- und Sportprojekten ist. Wir Freiwilligen wurden sofort von den Kindern eingenommen und mussten als Klettergerüst dienen und auch mal Seilspringen ausprobieren. Ich konnte das mit dem Reinlaufen aus meiner Kindheit sogar noch!

Der nächste Stopp war das Fußballtraining, bei dem eine ehemalige Freiwillige Debo mittrainierte. Es ist Teil des Galz and Goals Projektes, das sich für den Mädchenfußball stark macht.

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Zum Abschluss des Tages ging es mit der gesamten Gruppe und einigen Ehemaligen im Joes Beerhouse essen. Und da ich mal mutig sein wollte, bestellte ich mir die Bushman Sosatie mit Crocodile, Zebra, Kudu, Oryx und Springbok. Zumindest interessant! Aber danach hatte ich genug von Fleisch…

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Samstag ging es dann morgens auf einen Spaziergang zum Damm in der Nähe von der Farm. Auch wenn die Landschaft auf den Fotos vielleicht recht eintönig aussieht ist es in Wirklichkeit einfach wunderschön. Den restlichen Tag besprachen wir nochmal genauer unsere Projekte, Erste Hilfe und wiederholten mit Lea die Selbstverteidigung vom letzten Seminar. In einer Pause während dem Sonnenuntergang machten Tabea (sie geht nach Rehoboth) und ich uns noch einmal auf den Weg Richtung Damm. Die Aussicht mit den tollen Farben lohnte sich definitiv! Abends braaiten (so nennt man hier grillen) wir dann gemeinsam und hatten einen schönen Abschluss des Seminars.

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Sonntag ging es dann für uns früh morgens mit dem Shuttle nach Swakopmund. Lea begleitet uns noch die nächsten Tage, da unsere Vorfreiwilligen bereits wieder Zuhause sind, und hilft uns beim Einleben. Die Landschaft auf der Fahrt hauptsächlich von der Weite und den Bergen geprägt.

Einige Stunden später sind wir gut dort angekommen, wo wir das nächste Jahr leben werden! Hallo Swakopmund! Und hallo Nebel bei dem man trotzdem Sonnenbrand kriegt (habe es noch nicht zu spüren bekommen… Danke Sonnencreme!)

Bis dann!

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4 Gedanken zu “#3 Ein kaltes Land mit einer heißen Sonne -Hallo Namibia!

  1. So liebe Paula, jetzt bin ich auch aktive Leserin deines Blocks. Vielen Dank für deine ersten Berichte.
    Tolle Fotos, viel Spaß und einen guten Start……. Und Hut ab für deine kulinarische Mutprobe. Sieht gut aus, aber der Kopf is(s)t doch dabei 😜

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  2. Das sind echt wundervolle Bilder.
    Die ersten Tage klingen schon echt gut, langeweile kommt da nicht auf.
    Man sagt ja in Afrika geht alles ein bischen langsamer, aber zu wenig passiert ganz sicher nicht!

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